Tinnitus

Ca.8% der Österreicher leiden an Tinnitus, dem quälenden Ohrensausen, das die Lebensqualität eines Menschen massiv beeinträchtigen kann. Es leitet sich vom lateinischen ab und bedeutet klingeln. Dieses Klingeln kann an Lautstärke zu – oder abnehmen und ist für viele Menschen ein ständiger Begleiter, der einem zur Raserei bringen kann. Der Tinnitus kann sich als Dröhnen, Summen, Zischen oder Sausen präsentieren, was zusätzlich zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen führen kann. Manche Personen können dadurch sogar in Depressionen verfallen. In den häufigsten Fällen sind die Ohrengeräusche subjektiv, also nur vom Betroffenen wahrgenommen. In einzelnen Fällen sind sie objektiv nachweisbar (mit Messgeräten), wie z.B. bei Verengung der Halsschlagader. Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom einer dahinter liegenden Errankung. Die Ursache kann harmlos sein, wie ein verlegter oder ein  entzündlicher Gehörgang. Weiters kann eine Mittelohrentzündung, eine Verletzung des Trommelfells, ein Knalltrauma, ein Hörsturz oder ein Tumor am Hörnerv einen Tinnitus auslösen. Ferner können Verengungen der Halsschlagader, erhöhter Blutdruck, ständige Lärmbelastung und Stress zu Ohrgeräuschen führen. Deshalb ist es wichtig ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen zu führen, einen Hörtest durchzuführen, und wenn nötig auch ein MRT des Kopfes, zum Ausschluss eines Tumors, um eine gezielte Therapie erstellen zu können.

Der Tinnitus kann in 3 Stadien eingeteilt werden.

  1. Akuter Tinnitus: Dauer maximal 3 Monate. In 60% der Fälle hören die Geräusche spontan auf.
  2. Subakuter Tinnitus: Dauer zwischen 3 und 6 Monate
  3. Chronischer Tinnitus: Dauer länger als 6 Monate

Für die Therapie stehen uns mehrere Möglichkeiten zur Verfügung; und hängt natürlich von der Ursache der Erkrankung ab. Ist das Ohrensausen Ursache einer Erkrankung, wird zunächst diese behandelt (z.B. Mittelohrentzündung mit Antibiotika).
Beim akuten Tinnitus, deren Ursache ein Hörsturz oder ein Lärmtrauma sein kann, ist die Infusionstherapie über mehrere Tage die Therapie der Wahl.
Beim chronischen Tinnitus (länger als 6 Monate) kann hinter dem Ohr ein Gerät platziert werden, das Geräusche erzeugt (Bachrauschen oder Regen), das den Tinnitus übertönt. Dieses Gerät nennt man Tinnitus - Masker. Eine weitere Therapie für den chronischen Tinnitus wäre ein Gerät, auch hinter dem Ohr platziert in dem ein Rauschen eingespeist ist, das hier den Tinnitus nicht überdecken darf. Dadurch lernt der Patient sich an das angenehme Geräusch zu gewöhnen und den Tinnitus in den Hintergrund zu drängen. Diese Art der Behandlung nennt man Retraining.
Auch autogenes Training oder Yoga könne helfen, den Tinnitus in den Hintergrund zu drängen. In schweren Fällen, wo man in Gefahr läuft in Depressionen zu versinken, wäre eine Psychotherapie angezeigt.
Die Entstehung des Tinnitus wird in der medizinischen Fachwelt noch immer heftigst diskutiert. Solange die Ursache nicht 100% abgeklärt werden kann, ist auch die Behandlung weiterhin nur als symptomatisch anzusehen.

 

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