| Sodbrennen! |
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Ein netter Abend in lustiger Gesellschaft mit reichhaltigen Essen, Alkohol, Süßigkeiten und Kaffee als Abschluss rächt sich meistens nachts mit fürchterlichem Brennen hinter dem Brustbein. Plötzlich spürt man die Säure auch im Hals, es kommt zum Brechreiz oder sogar zum Erbrechen. Das Sodbrennen ist ein relativ häufiges „Übel“ , denn ca. 50% der westlichen Bevölkerung leiden daran, und bis 20% liegt es in einer schweren unbedingt behandlungsbedürftigen Form vor. |
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Die Betroffenen nehmen am Anfang die Symptome nicht ernst, und suchen erst dann den ärztlichen Kontakt auf, wenn die Symptomatik die Lebensqualität stark eingeschränkt hat. In diesem Fall liegt meistens schon ein chronisches Leiden vor, und wenn das Aufstoßen oder „Reflux“ genannt ca.2-3-mal wöchentlich auftritt, ist eine Behandlung unabdingbar. |
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Denn Sodbrennen ist keine harmlose Sache sondern eher als schwere Erkrankung zu bezeichnen, denn diese führt unbehandelt zu einer schweren Entzündung der Speiseröhre, die man „Refluxösophagitis“ nennt. Tritt das Sodbrennen selten auf und zwar nur nach einem reichhaltigen Essen spricht man von einem natürlichen Reflux und kann durch Weglassen solcher Reizkost verschwinden. Wie kommt diese Erkrankung zustande? Die Magenschleimhaut ist durch einen Schleimfilm gegen die Magensäure, die eine ätzende Säure ist, geschützt. Die Schleimhaut der Speiseröhre hat diesen Schutz nicht und ist deshalb der Säure schutzlos ausgeliefert. Die Folgen, die daraus entstehen reichen von Verätzungen, Verengung der Speiseröhre, Blutungen, Geschwüre, Schäden Schleimhautzellen bis hin zum Speiseröhrenkrebs. Gelangt die Säure, wie so oft auch in die Mundhöhle kann sie chronischen Husten, chronische Heiserkeit, ja sogar Asthma auslösen. Die Behandlung mit speziellen Medikamenten können oft auch diese Beschwerden, die oft nur symptomatisch behandelt werden, zum verschwinden bringen. |
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Durch den ständigen Einfluss der Magensäure auf die Speiseröhre, wird die Schleimhaut stark verändert. Die Veränderung zeigt sich in einer Umwandlung der natürlichen Zellen in so genannte „dysplastische Zellen“ aus denen sich in 10% der Fälle ein Carcinom entwickeln kann. Bei einem Speiseröhrenkrebs (behandelt) liegt die 5 Jahresüberlebensrate bei nur 5-10%.Das Überlaufen der Säure in die Speiseröhre erfolgt durch ein Versagen des Muskelringes am Übergang Speiseröhre - Magen, der normalerweise, wenn nicht geschädigt dies verhindert. Die Ursache dieser Muskelschädigung kann vielfältig sein. Einerseits kann dies durch eine Fehlsteuerung des Nervensystems entstehen, andererseits können eine verzögerte Magenentleerung oder ein Zwerchfellbruch dies auslösen. Zur Diagnosestellung steht uns entweder ein Magenröntgen oder was natürlich sinnvoller wäre eine Gastroskopie zur Verfügung, da man hier sowohl eine optische Beurteilung als auch durch Entnahme von Gewebe eine histologische Beurteilung hat. |
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Gehört man zu dieser Refluxgruppe, so wäre dringend angebracht den Lebensstil zu ändern und zwar Dauerstress verhindern, denn der Magen ist das Spielfeld des vegetativen Nervensystems, säurelockende Nahrungsmittel einschränken - wie Kaffee, Alkohol, Nikotin, scharfe Gewürze und fette Speisen. Auch opulente Speisen knapp vor dem Schlafengehen sollte vermieden werden. Helfen all diese Maßnahmen nicht sollten zusätzlich Medikamente eingenommen werden, und zwar so genannte H2-Blocker oder wenn stärker ausgeprägt Protonenpumpenhemmer. Diese Medikamente wirken direkt vor Ort des Geschehens, indem sie die Produktion der Magensäure blockieren und so in ca.80% der Fälle helfen, aber nur mit den dazu oben angeführten Maßnahmen. |
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Die medikamentöse Behandlung erstreckt sich meistens über Monate wenn nicht Jahre. Tritt auch hier kein Erfolg ein, muss eine Operation überlegt werden („laparoskopische Fundoplicatio“), bei der die Störung des Verschlussmechanismus chirurgisch versorgt wird, damit der Mageninhalt wieder im Magen bleibt. Dieser Eingriff ist keine große, aber technisch eine sehr aufwendige Operation. Man nennt sie auch „Schlüsselloch Chirurgie“, weil sie endoskopisch durchgeführt wird. Bevor es jedoch soweit kommt lieber den Magen nicht mit Säureblockern überfüllen. |
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Mein Leitsatz: „Essen Sie mäßig aber regelmäßig“. |