Schulterschmerz! 

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Man kann damit Bewegungen in alle Richtungen ausführen. Treten jedoch Schmerzen auf, kommt es zu starken Einschränkungen der Beweglichkeit. Diese Funktionsstörungen zählen zu einen der häufigsten rheumatischen Erkrankungen. Die Ursachen sind vielfältig und sollten vor Beginn der Therapie abgeklärt werden. Die häufigste Störung des Schultergelenkes ist das „Impingement Syndrom“. Hier treten Schmerzen beim seitlichen Heben des Armes zwischen 80 und 120 Grad auf. Die Schmerzen strahlen vom Schultergelenk in den Oberarm aus. Ausgelöst werden diese Beschwerden durch folgende Arbeiten: Bügeln, Fensterputzen und Arbeiten, bei denen die Arme hochgehalten werden müssen. Auch das seitliche Anheben des Armes gegen einen Widerstand löst einen Schmerz aus. Wenn man auf die betroffene Schulter zu liegen kommt, ist die Nachtruhe über Stunden gestört. Allein das Anziehen eines Mantels wird als unangenehm und schmerzhaft empfunden. Schmerz auslösend sind auch Druckpunkte an der seitlichen und vorderen Schultergegend. Die Erkrankung bricht meistens ab dem 50. Lebensjahr aus.

Die exakte Diagnose kann mittels Röntgenaufnahmen, Ultraschal und MRT (Magnetresonanz) gestellt werden. Es  zeigt sich beim Impingement Syndrom eine Einengung des Raumes zwischen Oberarmkopf und Schulterdach, und damit eine Einschränkung der Beweglichkeit der Sehne. Als Therapie stehen uns mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Bei der akuten Phase verwendet man Antirheumatika, die entzündungshemmend und schmerzstillend wirken. Auch eine Infiltration der Schulter mittels eines Lokalanästhetikums, kombiniert mit Cortison kann rasche Abhilfe schaffen. Hier wird das wirksame Medikament direkt unter das Schulterdach gespritzt. Eine lokale Kältetherapie 2x täglich angewendet wirkt im akuten Stadium ebenso schmerzlindernd. Zu den physikalischen Maßnahmen zählt man Elektrotherapie, Ultraschall und um die Schmerzen zu lindern Akupunktur. Eine weitere Erkrankung ist die „Omarthrose“, eine Abnützung des Schultergelenkes. Hier handelt es sich um eine Verringerung der Knorpeldicke bis hin zum Knorpelverlust. Diese Abnützung entsteht durch Verletzungen, Luxationen und dauernder Überbelastung. Es kommt zum Auftreten von Ruhe -und Bewegungsschmerz und damit zu einer Einschränkung der Beweglichkeit.

Die Behandlung besteht in der Anwendung von Knorpelaufbaupräparaten (Hyaluronsäure), die direkt in das Gelenk gespritzt werden, um die Bildung eines neuen Knorpels anzuregen. Auch orale Knorpelaufbaumittel (Chondroitin und Glucosaminsulfat) können hilfreich sein. Physikalisch sollen Heilgymnastik und Wärmebehandlungen zusätzlich angewendet werden. Wenn jedoch das Schultergelenk vollkommen aufgebraucht ist, kann nur mehr ein künstliches Gelenk helfen. Eine entzündliche Form der Schulter ist die „Omarthritis“, die zum rheumatischen Formenkreis zu zählen ist und wie die chronische Polyarthritis eine Fehlregulation unseres Immunsystems darstellt. Bei dieser Form ist die Schulter geschwollen, schmerzhaft, Bewegungseingeschränkt und oft verbunden mit einem Erguss im Gelenk. Bei Nichtbehandlung kann es zu einer Gelenkszerstörung führen. Ist diese Entzündung einer Polyarthritis zuzurechnen, gibt es eine neue Therapiemöglichkeit mittels „Biologika“. Das sind Substanzen, die die entzündlichen Botenstoffe unseres Immunsystems blockieren und die es ermöglichen, die Gelenkszerstörung rasch zum Stillstand zu bringen. Wichtig jedoch ist bei allen Erkrankungen der Schulter eine rasch einsetzende Therapie, wodurch Beschwerden oft dauerhaft verschwinden können.

 

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