PAVK - periphere arterielle Verschlusskrankheit!

Die Diagnose pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) bedeutet eine  Verengung oder zunehmender Verschluss der Gefäße, die die Extremitäten (Beine, Arme) versorgen. Diese Veränderungen sind hauptsächlich arteriosklerotisch bedingt, die anderen Ursachen liegen zusammengefasst bei ca.10%. Am häufigsten sind die Durchblutungsstörungen im Bereich der Beine zu finden. Diese Erkrankung verläuft über eine längere Zeit ohne Symptome, daher wird diese Diagnose oft zu spät gestellt, und zwar erst dann, wenn die „Schaufensterkrankheit“ spürbar ist. Das heißt, wenn nach einer gewissen Wegstrecke Schmerzen in den Waden auftreten, die einem zwingen eine Pause beim Gehen einzulegen. Das Risiko daran zu erkranken liegt bei Personen zwischen 50 und 60 Jahren bei ca.4%, bei Personen über 65 Jahren, die keine Risikofaktoren aufweisen bei 15%. Liegen mehr Risikofaktoren vor, kann schon ab 50 mit einem höheren Prozentsatz  dieser Erkrankung gerechnet werden. Risikofaktoren für das Auftreten von Durchblutungsstörungen sind in erster Linie das Zigarettenrauchen, gefolgt von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Hypertonie (Bluthochdruck), erhöhter Fettspiegel und schließlich das Alter. Das Zigarettenrauchen ist der wichtigste Risikofaktor, weil Raucher zehnmal häufiger an einer pAVK erkranken. Bei Diabetikern liegt die Häufigkeit  4% höher, als bei Nichtdiabetikern, und die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken liegt bei 35%, wobei die Prognose hier wesentlich schlechter ist. Einen erhöhten Blutdruck (nicht optimal eingestellt) findet man bei ca.60% der gesicherten Durchblutungsstörungen.

Das typische Beschwerdebild einer Durchblutungsstörung ist die Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit). Sie macht sich bemerkbar durch einen belastungsabhängigen Schmerz in der Wade nach einer bestimmten Wegstrecke. Liegt eine stärkere Belastung, wie schnelleres gehen oder Bergaufgehen vor, treten die Symptome zeitlich schon früher auf. Die Schmerzen zwingen einem stehen zu bleiben, und klingen dann nach einigen Minuten wieder ab, können aber bei schweren Fällen einer Arterienverengung auch in Ruhe auftreten. Die Folge, wenn nichts unternommen wird sind offene Beine und abgestorbene Zehen, die dann oft amputiert werden müssen. Da diese Krankheit am Anfang oft ohne Symptome verläuft ist eine Früherkennung durch den Arzt sehr wichtig.

Eine Gefäßuntersuchung (Gefäßscreening) sollte bei Verdacht bei Patienten ohne Risikofaktoren ab 65, bei Vorhandensein von Risikofaktoren schon ab 50 durchgeführt werden um eine Arteriosklerose (Verkalkung) der Gefäße zu erkennen und frühzeitige Maßnahmen setzen zu können. Neben einer körperlichen Untersuchung und einer Anamnese (Befragung auch nach Krankheiten in der Familie) kann der Druck in der Arterie am Knöchel und am Vorfuß gemessen werden. Dieser Druck wird verglichen mit dem Druck am Arm, daraus errechnet man einen bestimmten Wert (Knöchel-Arm Index), der Aufschluss über die Stärke der Durchblutungsstörung gibt. Dies erfolgt mit einem bestimmten Gerät, Doppler genannt, und kann von Ärzten, die diese Ausbildung gemacht haben, durchgeführt werden. Mit dieser Untersuchung erkennt man bei fast 95% eine beginnende Erkrankung (Verengung) in den Beinarterien.

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