|
Der Bluthochdruck zählt zu den
gefährlichsten Volkskrankheiten, unter denen ca.15% – 25% der
Bevölkerung leiden. Die Streuung ist deshalb so angesetzt, weil es
eine hohe Dunkelziffer gibt. Der Prozentsatz des Bluthochdruckes
nimmt mit dem Alter zu. Blutdruckwerte über 130/85 kann man als
erhöht bezeichnen, wobei die WHO (Weltgesundheitsorganisation) schon
Werte die über 120/80 liegen als erhöht ansehen. Meiner Meinung nach
ist diese unrealistisch, da damit ca. die Hälfte der Bevölkerung auf
Medikamente eingestellt werden müsste.Beim Bluthochdruck
unterscheidet man eine primäre oder essentielle und eine sekundäre
Hypertonie. Eine sekundäre Hypertonie wird durch Schäden der
Nebenniere, der Niere, durch hormonelle Störungen und durch
Herzerkrankungen ausgelöst. Dies macht ca.2% aus. Die restlichen 98%
bezeichnet man als primäre oder essentielle Hypertonie, deren
Ursache bis heute noch unbekannt ist. Mehr als die Hälfte der über
65 Jährigen leiden unter einer Hypertonie, wobei wiederum nur 50%
von denen bekannt und davon nur 50% medikamentös eingestellt sind.
Es ist jedoch zu beobachten, dass der erhöhte Druck schon bei
jüngeren Menschen auftreten kann, was sicherlich mit der Ernährung
(Fast Food) und dem damit verbundenem Übergewicht zusammenhängt.
Auch der erhöhte Kochsalzkonsum, der Bewegungsmangel und die
erhöhten Stresssituationen in manchen Berufszweigen können Ursache
der Hypertonie sein. Die Dunkelziffer ist deshalb so hoch, da die
Hypertonie jahrelang ohne Symptome verläuft, und die Beschwerden,
die vielleicht auftreten, wie Kopfschmerzen, Ohrensausen, und hie
und da ein wenig Schwindel sind eher nicht spezifisch.
Blutdruckkontrollen in Abständen durchzuführen wäre aus diesem Grund
sinnvoll, da bei Auftreten von organischen Schäden durch die
Hypertonie wie Herzschwäche, Nierenschaden, Gefäßveränderungen es
schon meistens um irreparable Schäden handelt. Durch das Auftreten
von Gefäßverkalkungen können Herzinfarkt, Hirninfarkt und die
Schaufenstererkrankung, um nur einige von vielen aufzuzählen
auftreten. Ein nicht optimal eingestellter Blutdruck führt auch zu
Schäden an der Netzhaut (Erblindung), zum Platzen eines Gefäßes im
Gehirn – eine der häufigsten Todesursachen dieser Erkrankung. Sind
noch andere Risikofaktoren, wie Rauchen, erhöhter
Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus vorhanden, erhöhen sich die
lebensbedrohlichen Zustände zusammen mit der primär essentiellen
Hypertonie um ein Vielfaches.
Um überhaupt einer Erhöhung des Blutdruckes vorzubeugen möchte ich
einige zielführende Maßnahmen aufzählen. Dazu gehören eine
Normalisierung des Köpergewichtes, das Vermeiden von erhöhtem
Kochsalzkonsum, regelmäßig sportliche Aktivitäten (Ausdauersport)
und wenn möglich Vermeidung von Stress.
Die Behandlung der Hypertonie liegt vom Schweregrad dieser ab. Man
unterscheidet eine milde, mittelschwere und eine schwere Hypertonie.
Bei der milden Hypertonie(< 140/90) versucht man mit einer nicht
medikamentösen Therapie zu beginnen, wie schon oben angeführt mit
Gewichtsreduktion, Ausdauersport usw. Eine Einschränkung von
Alkohol, Kaffeegenuß und Rauchen unterstützen die nicht
medikamentösen Maßnahmen. Bei der mittelschweren und schweren
Hypertonie (> 140/90) muss zu diesen Maßnahmen eine medikamentöse
Therapie begonnen werden. Hier stehen uns eine Vielfalt von
Medikamenten zur Verfügung, deren Einsatz dem jeweiligen Patienten
angepasst, dem Arzt vorbehalten sein soll. Die Einstellung der
Hypertonie ist keine einfache Sache, da Patienten oft mehrere
verschiedene Medikamente benötigen bis eine optimale Einstellung
erreicht wird. |