| Harninkontinenz - Tabuthema! |
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Harninkontinenz oder ungewollter Harnverlust, eine Erkrankung , an der ca.800.000 Österreicher leiden sollte eigentlich kein Tabuthema mehr sein. Trotz Aufklärungen in Arztpraxen und über Medien vertrauen sich nur ca. 5% der Betroffenen über diese für sie unangenehme Erkrankung den Ärzten an. Die Begriffe Unsauberkeit oder nicht gesellschaftsfähige Personen, mit denen die Betroffenen zu kämpfen haben, erklären die hohe Dunkelziffer. Dabei ist die häufigste Form, die so genannte Belastungsinkontinenz in allen Altersgruppen der Frauen zu finden, sie ist nicht nur eine so genannte „Alterserscheinung“. Untersuchungen haben ergeben, dass diese Art der Erkrankung ab dem 18.Lebensjahr zu finden ist und zwar bis zum 50. Lebensjahr bei nahezu jeder 4.Frau und ab dem 50. Jahr ist jede 3.Frau davon betroffen. Diese Erkrankung ist eine typisches Frauenleiden, denn es sind viermal so viele Frauen wie Männer betroffen. Diese Belastungsinkontinenz entsteht hauptsächlich durch eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur. Der Schließmuskel am Ausgang der Harnblase ist dadurch geschwächt und der Verschluss der Harnröhre ist damit defekt. Durch körperliche Anstrengung (Heben, Treppensteigen), Husten, Niesen oder Lachen kommt es zum unfreiwilligen Harnverlust, weil dadurch in der Harnblase der Druck erhöht wird und der erschlaffte Schließmuskel kann dem Druck nicht standhalten, es kommt zum Urinverlust. |
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Die Ursachen der Inkontinenz können vielfältig sein. Einerseits können hormonelle Veränderungen, wie sie zum Zeitpunkt der Wechseljahre auftreten (Reduzierung des Östrogens) schuld an dieser Erkrankung sein, andererseits können Schwangerschaft, Geburt, operative Eingriffe und Übergewicht das Gewebe im Bereich des Unterleibes schwächen und somit zur Störung des Schließmuskels führen, das wiederum den defekten Verschluss der Harnröhre auslöst. Es können zwar viele Ursachen für diese Erkrankung verantwortlich sein, trotzdem ist dieses unangenehme Leiden kein Schicksal sondern eine gut behandelbare Erkrankung. |
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An erster Stelle steht das aktive Beckenbodentraining, das jede Frau nach Anleitung selbst durchführen kann und mit dem Arzt Ihres Vertrauens besprechen soll. Auch eine Elektrotherapie kann zielführend sein oder auch das Training mit Vaginalkugeln, die durch Muskelanspannungen in der Scheide gehalten werden sollen. Führen die oben angeführten Therapien nicht zum Erfolg, ist auch ein operativer Eingriff möglich, den wir als TVT Methode bezeichnen. Dabei wird endoskopisch (kein Bauchschnitt) ein Kunststoffband um die Harnröhre gelegt und Visavis am Gewebe fixiert, damit wird Blasenhals, Harnröhre und damit auch der Schließmuskel stabilisiert. Bei Übergewichtigen führt die Gewichtsreduktion meistens schon zu einem Erfolg und damit die Inkontinenz im Griff. Neben Gewichtsabnahme bei Übergewicht können andere Maßnahmen vorbeugend wirken, wie regelmäßige Blasenentleerung (also keinen Harn zurückhalten), statt Tampons (hohe Infektionsgefahr) auf Binde (Vorlage) wechseln, Blasenentleerung knapp vor und nach dem Geschlechtsverkehr, jede Unterkühlung der Unterleibsregion und der Füße vermeiden. |
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Übertriebener Reinlichkeitssinn mit häufigen Waschen und Anwendung von Intimsprays führen zu einer Störung der Schleimhaut und damit zu einer erhöhten Infektionsgefahr. Bestandteile von Kürbiskernen können sich positiv auf eine Dranginkontinenz auswirken, dies hat man in einer Studie nachgewiesen. Weiters zeigen Sojapräparate einen positiven Einfluss auf die Störung der Beckenbodenmuskulatur und somit zur Verbesserung des Verschlußapparates. Also keine Scheu! Beim Auftreten von unfreiwilligen Harnabgang den Arzt aufsuchen und sich nicht zurückziehen, denn diese Erkrankung ist heilbar. |