Urlaubssouvenir - Hepatitis B

Ein Urlaubsflirt könnte gefährlich sein und mit einer Erkrankung enden, die in manchen Fällen auch einen tödlichen Ausgang haben kann. Inmitten der schönen Erinnerungen schleichen sich plötzlich Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Fieber und manchmal auch Erbrechen ein. Essunlust, Gliederschmerzen können als zusätzliche Symptome oft an einen grippalen Infekt denken lassen, der häufig nach Klimawechsel auftreten kann. Verfärben sich jedoch die Augen und die Haut gelblich liegt eine Lebererkrankung, eine Gelbsucht oder vielleicht eine Hepatitis vor.

Die Hepatitis, durch Viren hervorgerufen ist eine Entzündung der Leber, welche Leberzellen zerstören kann. Die Leber ist „das“ Stoffwechselorgan im Körper, die unter anderem Nährstoffe verarbeitet und Giftstoffe abbaut. Kommt es zur Zerstörung der Leberzellen, wird die Leberfunktion eingeschränkt, Giftstoffe sammeln sich im Körper an, die Immunabwehr wird gestört, es kann im fortgeschrittenen Stadium sogar eine Leberzirrhose entstehen, die in einigen Fällen zum Tod führen kann. Das Hepatitis B Virus, verantwortlich für diese gefährliche Erkrankung gehört zu den häufigsten Viren auf der Welt und findet sich im Blut, Sperma, Vaginalschleimhaut und Speichel. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körpersekreten. Indirekt kann das Virus über Bluttransfusionen oder unsterilen Spritzen, wie es in Ländern mit niedrigem hygienischem Standard vorkommen kann, übertragen.

Die hauptsächliche Übertragungswege sind daher nicht nur ungeschützten Geschlechtsverkehr, sondern auch unsterile Instrumente die bei Tätowierungen, Piercings oder Ohrstechen verwendet werden.. Intravenöser Drogenmissbrauch, Bluttransfusionen oder Operationen nach Reiseunfällen in Ländern der Dritten Welt können ebenfalls diese unangenehme Erkrankung auslösen. Risikogruppen wären jene Reissenden, die Urlaub in einem Durchseuchungsland (Südostasien, Afrika) antreten und häufigen Partnerwechsel haben, sowie Jugendliche, die sich gerne in Ländern mit niedrigem hygienischem Standard tätowieren oder piercen lassen.

Das Virus nistet sich in der Leberzelle ein und vermehrt sich, eine Entzündung folgt. Die Inkubationszeit (Ansteckung –> Ausbruch) kann 1 – 6 Monate betragen. Die akute Hepatitis B wird meist nicht bemerkt, da die Symptome anfangs grippeartig sind. Später kommt es zur Gelbfärbung der Haut, der Körper wehrt sich nun gegen das Virus – die Abwehrreaktion kann 4 – 6 Wochen dauern. Nach dieser Zeit ist bei 80% - 90% der Fälle das Virus zerstört, man ist wieder gesund. In 1% der Fälle kann der Tod durch akutes Leberversagen eintreten, in bis 15% geht die akute Form in eine Chronische über. Die chronische Form verläuft eher unspezifisch (Müdigkeit), die Patienten sind gering infektiös, die Folgen jedoch fatal. Durch die schleichende Zerstörung der Leberzellen entsteht nach ca. 20 Jahren eine Lebercirrhose oder sogar ein Leberkrebs.

Die Diagnose Hepatitis B wird durch eine Laboruntersuchung gestellt, wobei bestimmte Werte ermittelt werden (Leberenzyme und Hepatitismarker). Bei der akuten Form der Hepatitis B besteht die Behandlung in körperlicher Schonung, Leberspezifische Diät und Alkoholverbot. Bei der chronischen Form können zwei Wirkstoffe angewendet werden. Einerseits das Interferon und andererseits ein Virenwachstum hemmendes Mittel. Die Heilungsrate unter Interferon ist gering, sie liegt bei 20% - 30%. Welches der beiden Mittel angewendet werden soll, entscheidet der Leberspezialist. Heftige Nebenwirkungen sind bei dieser Therapie zu erwarten. Deshalb „Impfen bietet immer noch den besten Schutz“. Die Impfung gegen Hepatitis B bedeutet eine aktive Immunisierung und wird innerhalb von 6 – 12 Monaten 3x gespritzt. Der Körper bildet daraufhin Antikörper. Bei Reisen in asiatische und südamerikanische Gebiete sollte man die Kombinationsimpfung (Hepatitis A/B) geben lassen.
 

Trotz allem Beim Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern Kondome verwenden.
 

 

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