Gutes - schlechtes Cholesterin!

Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil jeder Körperzelle und wird für die Herstellung von verschiedenen Hormonen (Stresshormon, Testosteron, Östrogen, usw.) und für die Produktion von Gallenflüssigkeit benötigt. Deshalb ist es notwendig eine gewisse Menge von Cholesterin dem Körper zuzuführen.

Wenn durch übermäßige Nahrungsaufnahme zuviel Cholesterin in den Körper gelangt, steigt der Cholesterinspiegel im Blut, das Blut wird „fett“. Eine andere Form der erhöhten Cholesterinwerte im Blut, trotz Diätmaßnahmen kann genetisch bedingt sein und wird „primäre familiäre Hypercholesterinämie“ genannt. Hier sammelt sich vermehrt Cholesterin im Blut an, weil es aufgrund der Stoffwechselstörung nicht aus dem Blut gefiltert werden kann. Erhöhte Cholesterinspiegel können auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten, wie Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen oder Alkoholkrankheit. Bewegungsmangel und übermäßiger Stress führen ebenfalls zu einer Cholesterinerhöhung. Frauen haben generell einen höheren Cholesterinspiegel als Männer, in der Schwangerschaft zeigt er eine steigende Tendenz. Laut WHO soll der Normwert von Cholesterin bei 200 mg/dl liegen, Werte die stark darüber liegen müssen unbedingt abgeklärt werden. Doch das Cholesterin allein ist nicht gefährlich, denn man unterscheidet zwischen einem guten und einem schlechten Cholesterin.

Das Gute oder auch „HDL Cholesterin“ genannt transportiert in den Gefäßen gelagerte Cholesterin in die Leber zurück und schützt somit die Gefäße vor Arterienverkalkung. Deshalb kann dieser Wert nicht hoch genug sein. Das Böse oder auch „LDL Cholesterin“ genannt erhöht das Cholesterin im Blut (umgekehrter Prozess), wird dadurch in den Gefäßen abgelagert und führt somit zur Verengung derselben. Deshalb sollte dieser Wert auch sehr niedrig sein. Nebenbei ist auch ein anderer Wert von Wichtigkeit und zwar der Quotient, der sich aus dem Verhältnis Cholesterin zu HDL ergibt du bei Gesunden einen Wert unter 5 aufweisen soll.

 

Erhöhtes Cholesterin macht lange Zeit keine Symptome, deshalb sollten in regelmäßigen Abständen die Blutfette kontrolliert werden um zeitgerecht diätisch oder medikamentös eingreifen zu können. Denn über längere Zeit erhöhte Fettspiegel können zu Arterienverkalkung führen, es kommt zur Verengung der Gefäße durch fettreiche Ablagerungen (Kalkablagerungen in den Gefäßen). Diese Ablagerungen können plötzlich aufreißen und ein Gefäß verschließen – die Folge wäre ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Kommen andere Risikofaktoren wie Rauchen, hoher Blutdruck und Übergewicht dazu, wird der Prozess der Arterienverkalkung zusätzlich beschleunigt. Liegen erhöhte Fettspiegel vor, ist noch nicht Panik angesagt. Mit Änderungen des Lebensstils, wie gezielte Bewegung mit Pulskontrolle (Laufen, Radfahren, Nordic Walking), bewusster Ernährung mit ballastreicher und cholesterinarmer Kost mit viel ungesättigten Fettsäuren kann dem entgegengewirkt werden. Diese finden sich im Fisch, Vollkornbrot, Nüsse, Obst und Gemüse. Frittierte und gebackene Speisen, fettes Fleisch, Wurst und fettreiche Käse sind Gift. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen und liegen noch andere Risikofaktoren (z.B. Diabetes mellitus) vor, sollten zusätzlich Medikamente (sogenannte Statine) eingenommen werden um den LDL Wert zu drücken und den HDL Wert zu erhöhen.

Die Kombination aus Bewegung, gesunder Ernährung und Gewichtsreduktion hält Ihre Gefäße auf lange Sicht elastisch und erspart Ihnen eine frühzeitige Verkalkung mit dem Auftreten der Schaufensterkrankheit.

 

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