Fitness für die Venen!

Durchblutungsprobleme sind heute schon zur Volkskrankheit geworden. Die Folgen sind Besenreiser, müde, schwere, geschwollene und schmerzende Beine, an denen wie wir aus Studien wissen, fast jede 2. Frau und jeder 2. Mann im Laufe des Lebens darunter leidet. Wir sprechen hier von Venenerkrankungen. Der Hauptgrund dieser Volkserkrankung sind einerseits das Älter werden der Menschen (ab 70 hat fast jeder Probleme mit den Venen), andererseits die chronische Überlastung der Beine durch Übergewicht, Bewegungsmangel und hauptsächlich sitzende bzw. stehende berufliche Tätigkeiten. Ständiges schweres Heben, Schwangerschaft und Pilleneinnahmen gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren. Treten bräunliche Pigmentierungen der Haut auf den Beinen auf, treten Venen an den Unterschenkeln hervor, sollte dies nicht leicht genommen werden. Denn Krampfadern können auf lange Sicht Entzündungen, Ekzeme und Thrombosen verursachen. Auch Beingeschwüre sind nicht selten. Daher wäre es zu empfehlen frühzeitig einen Arzt aufzusuchen (Hausarzt, Hautarzt oder einen Gefäßchirurgen). Auch hier gilt der oft zitierte Satz „Vorbeugen ist besser, als Heilen“.

Venenerkrankungen werden mittels Ultraschalluntersuchungen diagnostiziert, die zeigen, ob die Venenklappen richtig schließen und der Blutfluss zum Herzen funktioniert. Beim gesunden Menschen fließt das Blut durch die Stammvenen und den Seitenästen über die Leber zurück zum Herzen. Werden die Venenklappen undicht (Ursache siehe oben) kommt es zum Stau in den Beinen und das Blut fließt langsamer zum Herzen zurück. Die Venen dehnen sich auf, beginnen sich zu schlängeln, die Krampfader entsteht. Dieser langsame Krankheitsverlauf führt zu einer Dehnung der Venenwände, sie werden undicht, Blutwasser tritt aus, es kommt zur Schwellung (auch Ödeme genannt) der Unterschenkel. Damit besteht ein großes Risiko für das Entstehen von Verhärtungen, offenen Beinen und Blutgerinnsel, die auch zu einer Lungenembolie führen können.

Was kann man dagegen tun?
Vermeidung der obenangeführten Risikofaktoren, Laufen, Training der US-Muskulatur, da nur straffe Muskeln einen Druck auf die Venen ausüben können, damit der Rückfluss funktionieren kann, Beinhochlagern bei längeren Sitzen, Stützstrümpfe tragen bei langen Flugreisen und das Übereinanderlegen der Beine vermeiden. Das Tragen von Stützstrümpfen (im Sommer vielleicht unangenehm, aber trotzdem wichtig wegen der Hitze) führt zu einem vermehrten Druck auf die Venen, dadurch können die Beinbeschwerden gelindert werden. Eine Heilung ist damit aber nicht möglich. Eine weitere Möglichkeit der Therapie wäre das Veröden, wenn jemand eine Operation aus welchem Grund auch immer ablehnt. Hier wird nahezu schmerzlos ein Präparat mit Luft aufgeschäumt in die Vene eingebracht und diese damit verschlossen. Diese wird im Körper langsam abgebaut und die Funktion von anderen Gefäßen übernommen. Bei der operativen Methode, die unter örtlicher Betäubung oder auch in Vollnarkose durchgeführt werden kann, werden die kranken Venen ausgeschaltet. Dies erfolgt entweder durch die Stripping - Methode, bei der die Stammvenen nach Durchtrennung herausgezogen oder durch Laser, bei der die Stammvenen von innen verschlossen werden. Auch hier übernehmen andere Blutgefäße die Funktion. Nach diesem Eingriff kann die Gehfähigkeit eine zeitlang eingeschränkt sein. Nach beiden Vorgansgsweisen (Veröden, Operation) ist es unbedingt notwendig über längere Zeit Kompressionsstrümpfe tragen und Kontrolluntersuchungen durchzuführen.

Hier noch einige Tipps für gesunde Venen!
1. Waden dehnen > Vorderes Bein beugen, hinteres Bein strecken. Vorne weiter beugen bis Dehnung im hinteren Bein spürbar wird, dann wechseln.
2. Auf Zehenspitzen gehen
3. Radfahren > Am Boden liegend mit den Beinen Radfahrbewegungen machen
4. Füße kreisen > In Rückenlage beide Beine nach oben strecken und zehnmal nach links und zehnmal nach rechts kreisen.
5. Beine ausschütteln > Anzuwenden nach langen Stehen.

 

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