Bewegungsunwillige Kinder! 

Der körperliche Zustand unserer Kinder und Jugendlichen (Schüler) ist gelinde gesagt in einem katastrophalen Zustand. Unsere Kinder werden immer fauler und kränker, denn viele von Ihnen sind nicht einmal mehr im Stande einfache Bewegungen durchzuführen oder einen Ball zu fangen. Anstrengende Sportarten oder komplexe Bewegungsabläufe schaffen die meisten nicht mehr. Eine groß angelegte Studie, in der 6500 Kinder im Alter von 11 – 14 Jahren eingeschlossen wurden hat gezeigt, dass die sportlichen Leistungen unserer Kinder dramatisch verschlechtert haben. Dabei wurden Reaktionsschnelligkeit, Weitsprung vom Stand, Laufen, Klimmzüge und koordinative Übungen getestet. Besonders bemerkt hat man dies bei Stellungskommissionen , wo 13% der Jugendlichen für den Militärdienst untauglich sind (1997 waren es 9%), Tendenz steigend. Die häufigsten Krankheiten, die man bei unseren Jugendlichen finden sind Fettleibigkeit, Allergien und schlecht ausgebildeter Haltungsapparat.

Die Hauptursache für diesen negativen Trend ist der Mangel an Bewegung. Der schulische Alltag ist normalerweise vom Sitzen geprägt, die Freizeit jedoch sollte aktiver sein. Leider hat sich der außerschulische Raum in Richtung Passivität entwickelt. Die Freizeit wird hauptsächlich ausgefüllt mit Fernsehen, Computerspielen und Internetsurfen. Auch der Weg zur Schule wird von den Eltern abgenommen. Die Kinder werden mit dem Auto zur Schule oder zur Bushaltestelle gebracht, das Treppensteigen entfällt durch Rolltreppen und Aufzüge. Ich gebe den Eltern insofern schuld, weil Sie den Kindern vorleben , wie man sich nicht bewegen soll (z.B. mit dem Auto von A – B). Die Folge sind schlecht ausgebildete Muskulatur, die wiederum zu Haltungsschwächen und Wirbelsäulenerkrankungen führen. Die Gelenke, Sehnen und Bänder werden schwach ausgebildet und sind unterfordert. Viele Kinder klagen schon unter Kreuzschmerzen – ein absurder Zustand. Durch Bewegungsmangel können auch Stoffwechselerkranktheiten auftreten. Diabetes mellitus ist keine Erkrankung der älteren Generation mehr , sondern ist leider auch schon bei Jugendlichen zu finden und wenn dann Übergewicht noch dazu kommt, sind gewaltige Schäden vorprogrammiert. Jedes 4. Kind ist zu dick, sprich übergewichtig., hervorgerufen durch Bewegungsmangel und unkontrollierter Nahrungsaufnahme. Besonders Naschereien zwischendurch – in der Schule, beim Fernsehen, im Kino - erhöhen die Kalorienzufuhr enorm.

10 kg Übergewicht erhöht das Risiko einer Herzkreislauferkrankung um ca. 30%. Dieser Negativentwicklung sollte entgegen gearbeitet werde. Es muss nicht unbedingt ein Leistungssport sein, allein die Bewegung im Feien und das Spiel in frischer Luft führen dazu, normalgewichtig zu bleiben. Aufenthalt im Freien, der Temperaturwechsel zwischen Zimmer und Spielwiese stärkt die Abwehrkräfte und reduziert die Infektanfälligkeit. Die Bewegung führt zu einem besseren Wohlbefinden und Gesundheit, hat aber auch einen positiven Einfluss auf die Psyche des Kindes. Alleine Sport zu betreiben ist für viele vielleicht zu fad, deshalb wäre das Einschreiben in einem Sportverein sinnvoll, denn Bewegung in der Gruppe (wenn übergewichtig) verstärkt die Selbstsicherheit. Auch die Eltern sind aufgerufen mit Ihren Kindern gemeinsam Bewegungen zu machen, wie ausgedehnte Wanderungen, Skilaufen, Rodelpartien, Radfahren usw. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Wir sollten wieder dorthin kommen, dass das Sprichwort „mens sana in copore sano“ wieder an Bedeutung gewinnt.

 

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