Abnehmen per Operation!

Mit „zweifelhaften Kuren“ wird oft versucht, dem massiven Übergewicht, an dem viele Österreicher leiden, Herr zu werden. Wer kennt nicht die „Nur Kohlehydrat“, die „Nur Fett“, die „Nur Eiweiß“ etc. Diäten, die jeder medizinischen Grundlage entbehren. An denen zwar viele verdienen, aber für den Betroffenen auf lange Sicht keinen Erfolg bringt. Weniger und gezielt essen, dazu Bewegung, das heißt Änderung des Lebensstiles kann vielen helfen, Gewicht zu verlieren. Bei massivem Übergewicht, oft verbunden mit Stoffwechselerkrankungen helfen diese Maßnahmen bei ca.3 Prozent. Zum Erreichen des Normalgewichtes und Halten desselbigen, bedarf es aber eines Behandlungspaketes, bestehend aus einer chirurgischen Maßnahme und gleichzeitiger Ernährungsumstellung. Zu den chirurgischen Maßnahmen zählt man das Legen eines Magenbandes, einer Magenteilentfernung oder eines Magenbypasses. Mit diesen Maßnahmen nehmen ca.80% die Hälfte des Übergewichtes innerhalb eines Jahres ab, 20% erreichen sogar das Normalgewicht. Viele Patienten scheuen noch diese Operationsmethoden, diese sind jedoch, von erfahrenen Chirurgen durchgeführt, risikoarm.

Neben dem starken Gewichtsverlust werden auch andere Erkrankungen, die durch das Übergewicht entstanden sind, geheilt. Bluthochdruck, an dem fast jeder 2. Übergewichtige leidet, normalisiert sich bei ungefähr 60% bei Magenband- und ca.80% bei Magenbypass Operierten. Auch Diabetes mellitus Typ II, eine Begleiterscheinung von stark Übergewichtigen, gehört in den meisten Fällen nach diesen Eingriffen der Vergangenheit an. Die Lebensqualität, die bei einem BMI über 30 (Body Mass Index) als schlecht empfunden wird, verbessert sich enorm nach dem „Abspecken“.
Es gibt 3 Möglichkeiten eines operativen Eingriffes.

1. Magenband
In Vollnarkose wird hier (Dauer 30-40 Minuten) mittels Schlüsselloch Chirurgie vom Chirurgen ein Band eingeführt, das um den Magen gelegt wird.. Das Band besteht aus Silikon mit einem ballonartigen Reservoir, in das Flüssigkeit injiziert oder entnommen werden kann. Damit kann das Band enger oder weiter gestellt werden. Der Patient erreicht schneller ein Völlegefühl und verliert innerhalb von 2 Jahren ca.60% des Übergewichtes. Das Magenband kann lebenslang im Körper bleiben.

2. Magenteilentfernung
Hier wird in Vollnarkose (Dauer 50 – 60 Minuten) laparoskopisch der größere rechte Teil des Magens entfernt, sodass nur ein 3 cm dicker Magenschlauch übrigbleibt. Dadurch kommt es schon nach Zufuhr kleinerer Nahrungsmengen zu einem Völlegefühl. Angeblich wird durch diese Methode auch das Hungerhormon vermindert ausgeschüttet, was wiederum zu weniger Hunger führt.

3. Magenbypass
Bei diesem Eingriff in Vollnarkose (Dauer 1,5 Stunden), in vielen Zentren auch laparoskopisch durchgeführt, wird der obere Anteil des Magens an den Dünndarm angenäht und damit der untere Anteil ausgeschaltet. Das bedeutet, der Nahrungsbrei gelangt sofort in den Dünndarm, es können nur kleine Mengen aufgenommen werden, weil es sonst zum Auftreten von Übelkeit kommt. Mit dieser Methode nehmen die Patienten bis zu 70% des Übergewichtes ab. Nachteil: Bei falscher Ernährung nach der Operation kann es zu Mangelerscheinungen kommen, die zu Blutarmut, Muskelschwund oder Osteoporose führen können. Auch der Magenbypass kann Lebenslang bestehen bleiben. Klinische Studien haben gezeigt, dass nach Magenbypass Operationen der pathologische Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus Typ II) in den meisten Fällen sich normalisiert hat.

 

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